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mathematikWer hat Spaß an kniffligen Problemen?
Problem des Monats September 2004 mit Lösung
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Das Gummibärchenorakel
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Ob man’s glaubt oder nicht: Es gibt tatsächlich ein Buch, das „Das Gummibärchenorakel“ heißt. Es führt viele Orakel auf. Jede
Person soll ihr Orakel finden, indem sie blind fünf
Gummibärchen zieht und in folgende Tabelle einträgt, wie
viele Gummibärchen von jeder Farbe dabei sind.
Wie
viele
Orakel mussten sich die Verfasser des Buches ausdenken, damit es zu
jeder sich
ergebenden Möglichkeit auch ein Orakel gibt?
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| Die
Zahl der notwendigen Orakel wird durch eine Fallunterscheidung
gefunden. Bei solchen Fallunterscheidungen darf man keinen Fall
vergessen, d. h. sie muss vollständig sein. Bei unserer
Fragestellung dürfen sich die Fälle auch nicht
überlappen, damit man keine Möglichkeit doppelt zählt. 1. Fall: Zu
jeder Farbe gibt es höchstens ein Gummibärchen.
Die
Tabelle muss dann so aussehen:
Das
ist für diesen Fall nur eine Möglichkeit.
2.
Fall:Zu
jeder Farbe gibt es höchstens zwei Gummibärchen. Es gibt auch
tatsächlich zwei Gummibärchen mit der gleichen Farbe.
3. Fall:(Die Formulierung muss hier etwas umständlich ausfallen, weil der 1. Fall nicht ausgeschlossen wäre, wenn der erste Satz im 2. Fall allein stehen würde.) 1. Unterfall: Es
gibt nur eine Farbe, auf die zwei Gummibärchen entfallen, für
alle anderen Farben gibt es nur höchstens ein Gummibärchen.
Es muss dann auch eine Farbe geben, die nicht vorkommt.
2. Unterfall:Es gibt 5 Möglichkeiten für die Farbe der beiden gleichen Gummibärchen. Zu jeder dieser 5 Möglichkeiten gibt es 4 für die Farbe, die nicht vorkommt. Das ergibt 5 · 4 = 20 Kombinationen von beidem. Das ist zugleich die Zahl der Möglichkeiten für diesen Unterfall. Es
gibt zwei Farben, auf die zwei Gummibärchen entfallen, für
alle
anderen Farben gibt es nur höchstens ein Gummibärchen. Es
muss dann zwei Farben geben, die nicht vorkommen.
Einen weiteren Unterfall kann es nicht mehr geben.Ich stelle mir die fünf Ecken eines Fünfecks vor, an jede Ecke ist eine der fünf Farben geschrieben. Eine Strecke, die zwei Eckpunkte des Fünfecks als Endpunkte hat, steht damit für eine Farbkombination, es gibt genau so viele Farbkombinationen von zwei Farben wie Verbindungsstrecken bei den fünf Ecken. Man zählt leicht aus, dass es 10 Farbkombinationen gibt. Das letzte Gummibärchen kann unabhängig davon eine der drei fehlenden Farben haben, so dass es hier 10 · 3 = 30 Möglichkeiten gibt. Damit hat man für den 2. Fall insgesamt 20 + 30 = 50 Möglichkeiten. Zu
jeder Farbe gibt es höchstens drei Gummibärchen. Es gibt auch
tatsächlich drei Gummibärchen mit der gleichen Farbe.
4. Fall:Dann bleiben noch zwei Gummibärchen übrig, die die gleiche Farbe oder verschiedene Farben haben können. 1. Unterfall: Die verbleibenden Gummibärchen haben die gleiche Farbe.
Es gibt dann 5 Möglichkeiten für die Farbe der drei
gleichfarbigen Gummibärchen und zu jeder dieser Möglichkeiten
4 für die Farbe der verbleibenden zwei Gummibärchen, also 5
· 4 = 20 Möglichkeiten insgesamt.
2. Unterfall:Die verbleibenden
Gummibärchen haben verschiedene Farben. Es gibt 5
Möglichkeiten für die gemeinsame Farbe der drei
Gummibärchen. Bei jeder dieser Möglichkeiten bleiben vier
Farben übrig, auf die sich die zwei übrigen Gummibärchen
verteilen. Bei zwei Gummibärchen und vier möglichen Farben
gibt es 6 Kombinationen (Statt sich ein Fünfeck wie oben
aufzuzeichnen, reicht diesmal ein Viereck.)
Einen
weiteren Unterfall gibt es nicht. Damit hat man für den dritten
Fall 20 + 30 = 50 Möglichkeiten.Damit gibt es für diesen Unterfall 5 · 6 = 30 Möglichkeiten. Zu
jeder Farbe gibt es höchstens vier Gummibärchen. Es gibt auch
tatsächlich vier Gummibärchen mit der gleichen Farbe. Es ist
dann noch ein Gummibärchen mit einer anderen Farbe übrig.
5. Fall:Für die Farbe der gleichen Gummibärchen gibt es 5 Möglichkeiten, zu jeder dieser Möglichkeiten gibt es 4 Möglichkeiten für die Farbe des anderen Gummibärchens, also 4 · 5 = 20 Möglichkeiten insgesamt im vierten Fall.. Alle
Gummibärchen haben die gleiche Farbe. Das ergibt 5
Möglichkeiten, weil es fünf Farben gibt.
Nimmt man die Möglichkeiten in allen fünf Fällen zusammen, so erhält man die Zahl der notwendigen Orakel, nach der gefragt war: 1 + 50 + 50 + 20 + 5 = 126 Orakel mussten sich die Verfasser des Buches ausdenken. |