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Vorbemerkung:
Bei der folgenden Lösung wird vorausgesetzt, dass die Seiten der
Gummirechtecke parallel zum Rand sind. Für Interessierte gibt es
noch die Möglichkeit, herauszufinden, wie sich die gefundenen
Zahlen vergrößern, wenn auch schräg liegende Rechtecke
zugelassen werden.
Es kommt darauf an, ein
Verfahren zu finden,
wie man alle Rechtecke zweckmäßig zählen kann. Ein
geeignetes Verfahren ist es, zu fragen, wie viele Rechtecke es gibt,
die den gleichen Nagel als linke untere Ecke haben.
Ein Rechteck ist eindeutig
festgelegt, wenn
man angibt, welcher Nagel die linke untere Ecke und welcher Nagel die rechte obere Ecke ist. (Wir stellen
uns ein Koordinatenkreuz vor, das unter den Nägeln liegt in der
Weise, dass der Nagel ganz unten ganz links beim Punkt (0|0) dieses
Koordinatenkreuzes eingeschlagen wurde, sein rechter Nachbar beim Punkt
(1|0) usw.)
Mit der linken unteren Ecke
(0|0) gibt
4 ⋅ 5 Rechtecke, weil alle Punkte mit den x-Koordinaten von 1 bis
4, die als y-Koordinate eine der Zahlen von 1 bis 5 haben, als rechte
obere Ecke in Frage kommen.
Entsprechend gibt es zur linken unteren Ecke (0|1) 4⋅ 4
Rechtecke, zur linken unteren Ecke (0|2)
4 ⋅ 3 Rechtecke, zur linken unteren Ecke
(0|3) 4⋅ 2 Rechtecke und zur linken
unteren Ecke (0|4) 4 ⋅1 Rechtecke.
Mit linken unteren Ecken aus der ersten Nagelspalte gibt es also
4 ⋅ 5 + 4⋅ 4
+ 4 ⋅ 3 + 4⋅ 2
+ 4 ⋅ 1 = 4⋅ (5 + 4 + 3
+ 2 + 1) = 4⋅ 15 Rechtecke.
Ganz entsprechend erhält man für die nächste Nagelspalte
3 ⋅ 5 + 3⋅ 4
+ 3⋅ 3 + 3 ⋅ 2
+ 3⋅ 1 = 3⋅ (5 + 4 + 3 +
2 + 1) = 3⋅ 15 Rechtecke.
Schließlich für die letzten beiden 2⋅
15
Rechtecke und 1⋅ 15
Rechtecke.
Insgesamt sind es also
15⋅ 4 + 15⋅ 3
+ 15⋅ 2 + 15⋅ 1
= 15⋅ (4 + 3 + 2 + 1) = 15 ⋅ 10 =
150 Rechtecke.
Man kann also
das Gummi auf 150 Weisen über die Nägel streifen, so dass
Rechtecke entstehen.
Sieht man sich die
Zwischenergebnisse an, so
fallen die Summen auf, bei der die natürlichen Zahlen von 1 an bis
zu einer höchsten aufsummiert werden. Dafür gibt es eine
Formel, die man herleiten kann, wenn einem auffällt, dass die
erste und die letzte Zahl, die zweite und die vorletzte usw. immer die
gleiche Summe haben. Ist die größte Zahl n, so ist diese
Summe n + 1. Nimmt man diese Summe so oft, wie es Summanden in
der Summe gibt, deren Formel wir erhalten wollen, so erhält man
n⋅ (n+1), das ist das Doppelte. Also:
1 + 2 + ... + (n - 1) + n = ½ ⋅ n ⋅ (n + 1)
Mit dieser Formel lässt
sich das Ergebnis
von oben verallgemeinern.
Wir gehen von m Spalten aus, in denen jeweils n Nägel stehen.
(Für das Beispiel eben wäre m = 5 und n = 6.)
Für die linke untere Ecke (0|0) gibt es (m-1)⋅ (n-1)
Rechtecke, für die linke untere Ecke (0|1) gibt
es (m-1)⋅ (n-2) usw. Damit erhält
man für die erste Spalte (x-Koordinate 0)
(m-1)⋅ ((n-1) + (n-2) + ... + 2 +
1) = (m-1)⋅ ½ ⋅ n
⋅ (n-1)
Für die weiteren Spalten ergibt sich entsprechend wie oben
(m-2)⋅ ½ ⋅ n
⋅ (n-1); ...; 2⋅ ½
⋅ n ⋅ (n-1); 1⋅ ½
⋅ n ⋅ (n-1) und als Summe
((m-1) + (m-2) + ... + 2 +1)⋅ ½
⋅ n ⋅ (n-1) = ½ ⋅ m
⋅ (m-1)⋅ ½ ⋅ n
⋅ (n-1) = ¼ ⋅ m ⋅ (m-1)⋅
n ⋅ (n-1)
Wenn
m Nägel
nebeneinander und n Nägel hintereinander stehen, lassen sich ¼ ⋅ m ⋅ (m-1)⋅
n ⋅ (n-1)
Gummirechtecke bilden.
Das mathematische Beweisverfahren, dass
man hier anwenden müsste, heißt vollständige Induktion.
Wir begnügen uns damit, zu überprüfen, was sich für
m = 5 und n = 6 ergibt:
¼ ⋅ 5
⋅ (5-1)⋅ 6 ⋅ (6-1) = ¼
⋅ 5 ⋅ 4 ⋅ 6 ⋅ 5 = 150
Wie viele
Rechtecke sind Quadrate?
Es ist einfacher, die Quadrate für sich zu zählen, als die
Rechtecke auszusortieren, die keine Quadrate sind.
Bezogen auf unser ursprüngliches Nagelbrett kann es vier
Quadratgrößen geben; Quadrate die eine Seite haben, die
länger als vier Einheiten unseres Koordinatenkreuzes sind, passen
nicht mehr, bzw. es gibt keine Nägel mehr, an denen die Gummis
aufgespannt werden könnten.
Beginnt man mit einem 1x1-Quadrat, dessen untere linke Ecke in (0|0)
liegt, so ist es das 1x1-Quadrat, was am weitesten unten und am weitesten
links liegt. Seine rechte obere Ecke liegt bei (1|1). Wenn wir in
Gedanken dieses Quadrat verschieben, dann kommen als neue rechte obere
Ecken nur solche in Frage, die weiter rechts oder weiter oben liegen als (1|1). Das ergibt 4 ⋅ 5
Möglichkeiten für 1x1-Quadrate. Mit
der gleichen Überlegung erhält man, dass es von den
2x2-Quadraten 3⋅ 4, von den 3x3-Quadraten 2 ⋅ 3 und
von den 4x4-Quadraten 1⋅ 2 gibt.
Wir rechnen also 4 ⋅5 + 3⋅
4 + 2 ⋅ 3 + 1⋅ 2
= 40 und wissen, dass 40 der 150 Gummirechtecke
Quadrate sind.
Man kann
also
das Gummi auf 40 Weisen über die Nägel streifen, so dass
Quadrate entstehen.
Wie
lässt sich das verallgemeinern?
Wir nehmen zunächst an,
dass unser
Nagelbrett quadratisch ist oder hochkant vor uns liegt (mit anderen
Worten, dass unser m von oben nicht größer ist als unser n).
Die größte mögliche Seitenlänge für ein
Gummiquadrat ist dann m - 1. Wie im speziellen Fall argumentiert man,
dass es für 1x1-Quadrate (m-1) ⋅ (n-1) mögliche rechte
obere Ecken gibt, für 2x2-Quadrate (m-2) ⋅ (n-2)
mögliche rechte obere Ecken, ..., schließlich für
(m-1)x(m-1)-Quadrate 1⋅ (n - (m-1)) = (m
-(m-1)) ⋅ (n-(m-1)) mögliche rechte
obere Ecken. Das sind (m-1) ⋅ (n-1) + (m-2) ⋅ (n-2) + ... + (m
-(m-1)) ⋅ (n-(m-1)) Quadrate insgesamt. Dem Ganzen kann man noch
eine etwas einfachere Form geben, indem man den jeweils zweiten Faktor
aufschreibt als 1. Faktor plus Differenz von n und m:
(m-1) ⋅ (m-1+ n - m ) + (m-2) ⋅ (m-2+ n - m ) + ... + (m
-(m-1)) ⋅ (m-(m-1) + n - m) =
(m-1)2+ (m-1)⋅
(n - m ) + (m-2)2
+ (m-2)⋅ ( n - m )
+ ... + 12 +
1⋅ (n - m) =
(m-1)2+ (m-2)2
+ ... + 12 + ((m-1) + (m-2) + ... + 1) ⋅ (n - m ) =
1/6 ⋅ m ⋅ (m - 1) ⋅ (2m - 1) + ½ ⋅ m
⋅ (m - 1) ⋅ (n - m) =
1/6 ⋅ m ⋅ (m - 1) ⋅ (2m - 1 + 3 ⋅ (n - m))
=
1/6 ⋅ m ⋅ (m - 1) ⋅ (3n - m - 1)
Anmerkungen: In der dritten Zeile steht die Summe von
aufeinanderfolgenden Quadratzahlen. Dafür gibt es eine Formel, die
hier aber nicht hergeleitet werden soll. Sie heißt ( 1/6 steht
hier wie oben für ein Sechstel):
12 + 22 + ... + k2
= 1/6 ⋅ k ⋅ (k + 1) ⋅ (2k + 1)
Ob man die vierte oder die letzte Zeile obiger Herleitung als
Endergebnis angibt, ist Geschmackssache. Die vierte Zeile enthält
als Spezialfall für quadratische Nagelbretter (m = n) im ersten
Summanden schon das Ergebnis.
In
einem
mxn-Nagelbrett (m<n oder m=n) kann man
1/6 ⋅ m
⋅ (m - 1) ⋅ (2m - 1) + ½ ⋅ m ⋅ (m -
1) ⋅ (n - m) = 1/6
⋅ m ⋅ (m - 1) ⋅ (3n - m - 1)
Gummiquadrate aufspannen.
Wie oben überprüfen wir unser Ergebnis
für m = 5 und n = 6:
1/6 ⋅ 5 ⋅ (5 - 1) ⋅ (2 ⋅ 5 - 1) + ½
⋅ 5 ⋅ (5 - 1) ⋅ (6 -
5) = 1/6 ⋅ 5 ⋅ 4 ⋅ 9 + ½
⋅ 5 ⋅ 4 ⋅ 1 = 30 + 10 = 40 oder
1/6 ⋅ 5 ⋅ (5 - 1) ⋅ (3 ⋅ 6 - 5 - 1) = 1/6 ⋅ 5
⋅ 4 ⋅ 12 = 40
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