- Wir nehmen zunächst das Dreieck
als spitzwinklig an.
Schlage um die regelmäßigen Dreiecke
mit den Mitten U und V die Umkreise. Sie schneiden sich in einem Punkt
T. Von
diesem Punkt aus erscheinen die Dreiecksseiten BC und AC unter dem
Sehwinkel
von 120°. Denn sie sind die Randwinkel (Umfangswinkel) über
Kreisbögen (BC bzw.
CA, im mathematisch positiven Drehsinn), deren Mittelpunktswinkel
240°
betragen.
Folglich bleiben für den Winkel BTA auch genau 120°
übrig, weshalb der Umkreis
mit dem Mittelpunkt W ebenfalls durch T gehen muss.
Die Konstruktion von T zeigt, dass T Spiegelbild der Punkte A, B und C
jeweils
an einer Seite des Dreiecks UVW ist. AT und TB stehen also senkrecht
auf den
Seiten VW bzw. WU, und da der Winkel ATB 120° beträgt, muss
der Winkel VWU 60°
haben (Winkelsumme im Viereck ist 360°). Entsprechend zeigt man
dasselbe für den Winkel WUV.
Dreiecke mit zwei
Innenwinkeln von 60° sind aber regelmäßig.
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- Vergrößern wir den Winkel gamma bei
C und halten die Seitenlängen von AC und BC fest, so wandert T auf
C zu. Bei gamma =
120° ist T = C. Bei weiterer Vergrößerung liegt T
außerhalb des Dreiecks ABC.
Doch stets gilt: Die drei Umkreise schneiden einander in T; auch ist
weiterhin
T Spiegelbild der Punkte A, B und C an jeweils einer Dreiecksseite.
Unser
Beweis lässt sich ‑leicht verändert ‑ auf den Fall gamma >
=120° übertragen.

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Anmerkung: Der
bewiesene Satz
heißt „Satz von Napoleon“. Napoleon soll ihn dem bedeutenden
Mathematiker
Joseph‑Louis Lagrange (1736 -1813) zum Beweis vorgelegt haben. Sicher
ist, dass
Napoleon mathematisch sehr interessiert war. T heißt
„Torricellipunkt“ nach dem
italienischen Mathematiker Evangelista Torricelli (1608 ‑ 1647).
Torricelli war
ein Schüler Galileis. Er löste die von Pierre Fermat (1601 ‑
1655) gestellte
Aufgabe aus der ebenen Geometrie: Gesucht ist der Punkt, für den
die Summe der
Abstände von den Ecken eines Dreiecks minimal ist. Der gesuchte
Punkt ist
tatsächlich der Torricellipunkt T, sofern das Dreieck keinen
Winkel über 120°
hat. In letzterem Falle ist der gesuchte Punkt die Ecke mit dem
stumpfen
Winkel.
Literatur: Fritz Schmidt, 200 Jahre französische Revolution; DdM 18 (1990), Heft 1, Seite 15 ff. |