Oscarpreisträger in Bremerhaven

Besuch von Volker Engel an der Humboldtschule


Ein Bericht von Nico Zorn, Gy 10a

Volker Engel wurde durch den Film "Independence Day" berühmt. Für die Special Effects erhielt er den "Oscar" in der Funktion als "Visual Effects Supervisor" (Leiter der visuellen Effekte). Anschließend wirkte er auch am Film "Godzilla" mit. Von 1975 - 1981 war Volker Engel Schüler der Humboldtschule. Am 15. Juli 1999 besuchte er uns.

Inhalt:

  1. Volker Engel - Der Werdegang

  2. Die Erzeugung der Special Effects

  3. Fragen der Schüler

  4. Schülerreaktionen


    1. Volker Engel - Der Werdegang

    Die Karriere von Volker Engel begann praktisch schon in der Schule. Sein größtes Hobby war schon damals neben Gitarre spielen, Skateboarden und Modellbauen das Filmen. In der Schule drehte er bereits Zeichentrickfilme mit einer Super-8 Kamera.

    Nach dem Schulabschluss bewarb sich Volker Engel in Bremen an der Kunsthochschule, wurde jedoch abgelehnt. In einem Infogespräch in Hamburg sagte man ihm, dass seine eingereichten Arbeiten zu kommerziell seien. Der künstlerische Aspekt käme zu kurz. Man empfahl ihm, sein Glück in Stuttgart zu suchen.

    Dort wurde er angenommen und begann ein Studium. In Stuttgart traf er auch den Regisseur Roland Emmerich, der seinen weiteren Werdegang entscheidend förderte. Das bekannteste Ergebnis der Stuttgarter Zusammenarbeit ist der Film "Moon 44". Emmerich setzte dann seine Filmarbeit in Hollywood fort, während Volker Engel noch in Deutschland blieb. Bei der Planung des Films "Universal Soldier" erinnerte sich Roland Emmerich an die gute und bewährte gemeinsame Arbeit und holte Volker Engel nach Hollywood. Der Haupttätigkeitsbereich war die Modellbauabteilung.

    Nach Beendigung der Dreharbeiten kehrte Volker Engel nach Deutschland zurück und lehrte zweieinhalb Jahre an der Filmakademie von Baden-Württemberg in Ludwigsburg.

    Ein Anruf von Roland Emmerich brachte ihn dann wieder zurück nach Hollywood. Emmerich wollte mit Volker Engel sein neuestes Filmprojekt verwirklichen. Das Resultat dieser Arbeit dürfte jedem bekannt sein: "Independence Day". Der große Erfolg war geschafft.

    Vor kurzem hat Volker Engel eine eigene Firma namens "Uncharted-Territory" in Santa Monica gegründet. Hier ist der Link zur Homepage.

    Uncharted-Territoy


    2. Die Erzeugung der Special Effects

    Volker Engel berichtete ausführlich über seine Arbeit in Hollywood.
    Seine Hauptaufgabe bei den Filmen ist das Planen der Effekte: Welche Technik (Computer oder Trick), welches Modell, welches Material, wo wird gedreht, und wie soll der Effekt aussehen?
    Dabei wird auf viele verblüffend einfache Methoden zurück gegriffen. Hier zwei Beispiele:

    Die Feuerwand, die bei "Independence Day" durch die Stadt rollt: Man hat eine Stadtkulisse im Modell erschaffen und hochkant aufgestellt. Die Kamera wurde an der Decke befestigt. Die Pyrotechniker haben dann am Boden eine Explosion ausgelöst, die nach oben weiterläuft. Im Film sieht es dann so aus, als ob die Feuerwelle auf die Kamera, d.h. auf den Zuschauer, zurast.

    Ein anderer Trick wurde zum Umherschleudern von Autos benutzt. Man stellt eine schiefe Ebene auf, an deren unteren Ende eine Kamera befestigt ist, die in die Straßenschlucht schaut. In der Mitte dieser Straße befindet sich eine Lochplatte und darauf stehen Modellautos. Zwei Mitarbeiter begeben sich unter die Lochplatte und schleudern die Autos mit Preßluft nach oben. Durch die Schräge bewegen sie sich überschlagend auf die Kamera zu.

    Wenn Volker Engel ein Drehbuch bekommt, ist es seine Aufgabe, die Special Effects zu planen. Dabei muss er sehr eng mit dem Regisseur zusammenarbeiten, denn dieser hat die Szenen schon alle im Kopf. Wenn eine Szene im Drehbuch nicht realisierbar erscheint, muss neu geplant werden. Es sind ständige Absprachen und Abstimmungen mit dem Regisseur erforderlich. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang eine gute Arbeitsatmosphäre im Team.

    Zurück zur Technik: Wie schon gesagt, gibt es unzählige Dreh-Methoden. Eine häufig verwendete ist das Ineinanderschneiden von 2 Filmen. So wurde zum Beispiel mit den Kampfjets vor den UFOS verfahren. Man hat einzelne Teile gefilmt und am PC miteinander kombiniert. Später wirkt das ganze dann wie ein einziger, echter Film.


    3. Fragen der Schüler

    Frage: Würde es Sie reizen, bei Star Wars mitzuwirken?
    Antwort:
    Natürlich ist die "Star Wars" Reihe auch für mich sehr interessant. Aber: Der Aufwand ist bei allen Filmen gleich und die Atmosphäre zählt. Man muss sich mit den Kollegen gut verständigen können. Mit meinem augenblicklichen Team bin ich zufrieden.

    Frage: Wie ist das mit den Ausgaben? Erhalten Sie von vornherein ein Budget oder haben Sie freie Mittel?
    Antwort:
    Wir haben ein Budget, das vor dem Film angefertigt wird. Bei diesen Aufstellungen hat sich herausgestellt, dass die Amerikaner nicht so genau schätzen. Deutsche sind präziser. Es ist schon einmal vorgekommen, dass jemand wegen falscher Budgetaufstellungen gefeuert wurde.

    Frage: Steht die Planung schon komplett fest oder wird im Film noch etwas verändert?
    Antwort:
    Im Großen und Ganzen ist die Planung schon fertig. Doch hier und da wird noch etwas verändert. Rund ein Drittel der Szenen wird später improvisiert.

    Frage: Haben Sie eigentlich auch in Filmen, die nicht von Roland Emmerich geleitet wurden, mitgewirkt?
    Antwort:
    Ja. Ich habe 4 Filme mit Roland Emmerich gemacht und verschiedene andere in Deutschland. Mit letzteren habe ich nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Meine ganz großen Erfolge hatte ich zusammen mit Roland Emmerich.

    Frage: Sind Sie nach einem Film erstmal arbeitslos oder haben Sie gleich ein neues Angebot?
    Antwort:
    Nach einem Film ist man meisten wieder "auf der Straße", aber man weiß, dass bald neue Angebote kommen werden. Großteils liegt es auch an einem selbst. Wenn man gute Arbeit leistet, wird man auch wieder engagiert. Auch Verbindungen sind wichtig. Man muss sich mit den Leuten treffen.


    4. Schülerreaktionen

    Meiner Meinung nach hat Volker Engel die zwei Stunden gut ausgefüllt. Er erklärte viele Tricks aus seinem Film "Independence Day", wofür er ja auch einen Oscar bekam.
    Er sagte, dass es zum Beispiel im ganzen Film kein echtes Flugzeug gab.
    Daniel Oeschger, Gy 9a

    Das Treffen mit Volker Engel hat mir sehr gut gefallen, da er die Zeit gut genutzt hat, um uns von seiner Arbeit in Hollywood zu berichten.
    Ich hätte nicht gedacht, dass einige Szenen aus dem Film "Independence Day" mit so "einfachen" Tricks gemacht wurden.
    Sebastian Thiel, Gy 9a

    Die Stunden mit Volker Engel waren sehr interessant und gaben einen guten Kurzeindruck von der Arbeit in Hollywood.
    Zur Person von Volker Engel kann ich nur sagen, dass ihm der Ruhm nicht zu Kopf gestiegen und er bescheiden geblieben ist.

    Nico Zorn, Gy 9a

    Ich finde Volker Engel gab sich richtig bremerhavenerisch. Lässig, cool (was bei weitem gar nicht so einfach ist) und natürlich.
    Es war nicht so, dass er aus Hollywood kam, um mit seinen Leistungen zu prahlen. Er war einfach bescheiden. Nett. BREMERHAVENERISCH.

    Patrick Maurice Jäkel, Gy 9a

    Ich fand die Veranstaltung überaus interessant, weil sie einen guten Einblick in die Filmarbeit in Hollywood gewährte. Um so mehr bewundere ich die Kreativität und Souveränität von Volker Engel. Ich habe eine berühmte Persönlichkeit erlebt, die gleichzeitig sympatisch und bescheiden ist.
    Stephanie Pansch, Gy 9b
    Gymnasium Wesermünde

    Ich fand Volker Engels Erklärungen sehr interessant, besonders die Erschaffung der Explosionswolke in "Independence Day". Man hat einfach Lampen und Kupferrohre in einem Aquarium verbunden und Farbe austreten lassen. Später hat man den Film dann in einen anderen geschnitten.
    Volker Engels Werdegang zum erfolgreichen und anerkannten Filmspezialisten macht uns Jugendlichen Mut.

    Janna Stempel, Gy 9a

    Wir waren bei dem Besuch von Volker Engel dabei. Am besten hat uns die ausführliche Schilderung seines Lebenslaufes gefallen. Die Dias über "Independence Day" und den Super-8 Film aus seiner Schulzeit, fanden wir toll.
    Den Film "Independence Day" haben wir zu Hause gesehen und finden ihn einfach toll.

    Christof Weis und Thomas Klunk OS 6b

    Ich fand Volker Engel sehr gut. Er hat alles ausführlich erklärt. Es war sehr interessant.
    Dominik Lingener, Gy 7

    Ich habe das Gespräch mit Volker Engel mit großem Interesse verfolgt. Er erklärte die Tricks aus seinen Filmen sehr ausführlich. Sein Beruf erfordert viel Phantasie.
    Fabian Rojahn, Gy 7

    Ich finde es toll, dass so ein berühmter Mann wie Volker Engel zur Humboldtschule gekommen ist und dort erklärt und vorführt, wie man die Special Effects in den Filmen macht.
    Maik Monsees, Gy 7

    Ich fand es nett von Volker Engel, dass er sich, als ein so berühmter Mann wie er es ist, die Zeit dafür nahm, die Humboldtschule zu besuchen.
    Er demonstrierte den Schülern und Lehrern, wie die Special Effects in "Independence Day" gemacht wurden.

    Karl-Heinz Kock, Gy 7


    Zurück